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Kabelsalat mit USB-C

Falsches Kabel?
March 15, 2026 by
Mário Santiago

Das versprochene Ende des Kabelsalats durch USB-C ist leider ein Mythos. Wie Christian Rentrop in seinem Artikel bei Mac & i treffend beschreibt, sieht von außen zwar alles gleich aus, aber im Inneren herrscht Chaos: Manche Kabel laden nur im Schneckentempo, andere verweigern die Datenübertragung komplett.

Damit du nicht jedes Mal raten musst, wenn du dein MacBook, iPad oder Smartphone anschließt, habe ich dir hier ein How-To zusammengestellt. So testest du deine vorhandenen Kabel mit Bordmitteln oder kleinen Helfern selbst.

Schritt 1: Der prüfende Blick (Die 5-Sekunden-Analyse)

Bevor du Software startest, schau dir die Stecker genau an. Oft verraten sie ihre Identität bereits äußerlich.

  • Logos suchen: Ein kleiner Blitz steht für Thunderbolt (hochwertig, schnell, teuer). Eine Zahl wie 20 oder 40 neben dem USB-Symbol gibt die Gbit/s an.

  • In den Stecker schauen: Leuchte mit einer Taschenlampe in den USB-C-Stecker. Siehst du nur sehr wenige goldene Kontakte (Pins)? Dann ist es meist ein reines Ladekabel ohne (oder mit sehr langsamer) Datenfunktion.

  • Die Dicke zählt: Es ist kein Vorurteil – Kabel, die viel Strom (über 60W) oder hohe Datenraten übertragen, sind physikalisch dicker, da sie mehr Schirmung und einen „E-Marker-Chip“ im Stecker benötigen.

Schritt 2: Der Mac-Check (Bordmittel nutzen)

Dein Mac weiß oft mehr über das Kabel als du. So liest du die Informationen aus:

Die Ladeleistung prüfen

  1. Schließe dein MacBook mit dem fraglichen Kabel an das Original-Netzteil an.

  2. Klicke oben links auf das Apple-Logo () -> Über diesen Mac -> Weitere Infos -> (ganz unten) Systembericht.

  3. Wähle in der Seitenleiste Stromversorgung.

  4. Suche unter „Informationen zum Ladegerät“ den Punkt Leistung (Watt).

    Wichtig: Zeigt dein 96W-Netzteil hier nur 60W an? Dann begrenzt das Kabel den Stromfluss.

Die Datengeschwindigkeit prüfen

  1. Schließe eine schnelle externe Festplatte (SSD) mit dem Kabel an deinen Mac an.

  2. Gehe im Systembericht (wie oben beschrieben) auf den Punkt USB oder Thunderbolt/USB4.

  3. Suche dein Gerät in der Liste. Dort steht die Geschwindigkeit.

    • 480 MBit/s: Ein lahmes USB 2.0 Kabel (typisch für beigelegte Ladekabel).

    • 5 Gbit/s oder mehr: Ein echtes Datenkabel.

Schritt 3: Der Härtetest mit Software

Manchmal behauptet das System, ein Kabel könne 10 Gbit/s, aber in der Realität bricht die Verbindung ein.

  • Tool-Tipp: Lade dir den kostenlosen Blackmagic Disk Speed Test aus dem App Store.

  • Lass den Test auf deiner externen SSD laufen. Erreicht sie nicht annähernd die Werte, die auf der Packung stehen? Dann ist das Kabel die Bremse.

Schritt 4: Profi-Diagnose für wenig Geld

Wenn du viele Kabel hast und endlich Ordnung schaffen willst, lohnt sich ein Hardware-Tester (z. B. von Treedix), wie im Artikel erwähnt.

  • Diese kleinen Platinen kosten meist zwischen 15 und 25 Euro.

  • Du steckst beide Enden des Kabels ein, und LEDs zeigen dir sofort, welche Leitungen (Pins) intern überhaupt verbunden sind und ob ein E-Marker-Chip vorhanden ist. Das ist die einzige Methode, die 100%ige Gewissheit gibt, ohne dass ein Endgerät involviert ist.

Profi-Tipp für "Zicken-Kabel"

USB-C sollte eigentlich in beide Richtungen gleich funktionieren. Die Praxis zeigt aber: Bei billigen Kabeln hilft es manchmal, den Stecker um 180 Grad zu drehen und erneut einzustöpseln. Wenn es dann plötzlich schneller lädt oder Daten überträgt, weißt du: Dieses Kabel gehört in den Elektroschrott (oder ist nur noch für die Nachttischlampe gut).

Quelle: Dieser Guide basiert auf dem ausführlichen Hintergrundbericht von Christian Rentrop bei heise online: USB-C: Warum Sie eigentlich immer das falsche Kabel anschließen.

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